Heroinnen

Aus dem Französischen von Magnus Chrapkowski.

von Claude Cahun

Reihe: Coll'Arco, Band 16

Taschenbuch

15,00 €

Claude Cahun, heute eine Ikone der queeren Kunst und Literatur, präsentiert 15 Heroinnen – darunter Judith, Sappho, Penelope, Dalila, Salome und das »Gretchen« – wie man sie noch nie gesehen hatte. Dafür schöpft sie aus Quellen wie antiker Mythologie, Bibel, Märchen und Fabeln, ergänzt um eigene Fiktion.

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Artikelnummer: 9783965870284 Kategorie: Verlag/Marke:
Beschreibung

Heroinnen

Aus dem Französischen von Magnus Chrapkowski.

von Claude Cahun

Eva ein Opfer von Werbeanzeigen, Penelope eine Kokette, Aschenputtel eine Masochistin? Claude Cahun präsentiert fünfzehn Heroinnen von Judith über Sappho und Salome bis hin zum »Gretchen«, wie man sie noch nie gesehen hatte. Dafür schöpft sie aus allen Quellen der abendländischen Hall of Fame wie antiker Mythologie, Bibel, Märchen und Fabeln, ergänzt um eigene Fiktion.

Das 1920–1924 entstandene, Fragment gebliebene Projekt der Heroinnen steht in der Tradition der Moralités légendaires (1887) von Jules Laforgue und der Vies imaginaires (1896) von Cahuns Onkel Marcel Schwob, aber auch von Repräsentanten moderner dichterischer Mythendeutung wie Wilde und Cocteau. Monologisch angelegt, teils als Stream of Consciousness, voller Illusionsbrüche, ironisch, unverfroren und provokant, sollen die Heroinnen niemanden gleichgültig lassen. Um im patriarchalischen Kapitalismus die Macht des Gewordenen über das Bewußtsein zu brechen und für neue Identitäten Raum zu schaffen, überantwortet Cahun die zu totem Bildungsgut versteinerte Vergangenheit wieder dem Mythos, damit sie durch Phantasie zu neuem Leben erweckt werde.

Claude Cahun, die große queere Künstlerin, ist als gender- und identitätssprengende Photographin und Collagistin heute weltweit bekannt, mit ihren transgeschlechtlichen Selbstporträts eine Ikone der Postmoderne. Cahuns literarische Werke indes sind im Panorama der Moderne eine einzigartige Erscheinung und unabdingbar zum Verständnis ihres revolutionären ästhetischen und politischen Programms.

Highlights

  • Claude Cahun (1894–1954), als Lucy Renée Mathilde Schwob in Nantes geboren, stammte aus einer jüdischen Intellektuellenfamilie. Lebenslange Partnerschaft, kreative Symbiose mit Suzanne Malherbe alias Marcel Moore. 1914 veröffentlichte Cahun die Parallel-Erzählung Vues et visions. Ab 1917 in Paris, verkehrte sie u.a. mit Adrienne Monnier und Sylvia Beach, Chana Orloff, Henri Michaux, Pierre-Albert Birot, Desnos, Breton, Crevel. 1930 erschien Cahuns Hauptwerk Aveux non avenus. In den dreißiger Jahren stand sie dem Surrealismus und einem undogmatischen Kommunismus nahe. Zurückgezogen auf die Insel Jersey, wurde sie 1944 wegen antifaschistischer Flugblätter zum Tode verurteilt, doch später aus der Haft entlassen
Zusätzliche Informationen
ISBN978-3-965-87028-4
Verlag
Reihe
Band16
Erscheinungsdatum19.03.2022
Anzahl Seiten120 Seiten
Autor
Übersetzt von
SpracheDeutsch
Lieferbarkeitlieferbar (Lagerbestand vorhanden)
Datenbasis20260202_Onix30VollExp_194
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